Nach dem ersten Weltkrieg wurde das Samariter-Werk von Pfarrer Otto Kaiser ins Leben gerufen. Wie der Samariter im Evangelium war er ein Mann der Tat, der sein Möglichstetes tat, um denen zu helfen, die es am nötigsten hatten.
So baute er nicht nur Kapellen für den Heiligen Geist, sondern auch Häuser für kinderreiche Arbeiterfamilien und tiefsten Dank sagen ihm Tausende, die an Leib und Seele in seinen Samariter-Häusern gesund geworden sind. So mancher Kranke war von den Ärzten aufgegeben und wurde bei Pfarrer Kaiser wieder gesund. So manchem Leidenden half er, sich mit Gott und der Kirche zu versöhnen.
Der folgende Auszug aus unserem Archiv vermittelt Ihnen einen Einblick in die Philosophie, die unserem Samariter-Fastenzentrum zu Grunde liegt.
„[...] Man hat oft gemeint, ich wollte mit dem Samariter-Werk bloß ein wenig karitative Arbeit tun. Für mich aber war schon von Anfang an klar, dass es die kleinen Anfänge sein sollten [...] Alles Gesunde aber ist von kleinen Anfängen gewachsen. Und so ist auch unser Samariter-Werk mit Hilfe der Samariter-Schwestern und Brüder immer mehr gewachsen. Bei dem Mühen und Ringen hierbei haben sich immer neue Erkenntnisse uns aufgetan, und mit jeder neuen Erkenntnis sind wir ruhiger geworden.
Während ich früher gelebt und mich ernährt habe, wie die weitaus meisten Menschen, so bin ich heute vollkommen auf dem Boden des Vegetarismus und strebe danach, nach dem paradiesischen Speisegebot mich und unsere Gemeinschaft zu ernähren. [...] Wir legen deshalb auch unserer Nahrung die größte Bedeutung bei. Nur Gemüse kann für uns in Frage kommen, das biologisch gezogen ist. [...]
In welchem Tempo unsere Bestrebungen vorwärts kommen, wird davon abhängen, in welchem Maße wir von unseren Freunden Unterstützung erfahren. Dabei können wir uns nicht an eine bestimmte Klasse von Menschen wenden, nicht an Reiche, nicht an Arme, nicht an Katholiken, nicht an Protestanten oder religiös anderes Sehende, nicht an irgend eine politische Partei, sondern einfach an solche, die so sehen wie wir, gleichgültig, in welchem Lager sie stehen. Und alle diese müssen das gemeinsame Bestreben haben, sich gegenseitig zu achten und an gesunden, natürlichen Grundlagen für das Menschenglück zu arbeiten.
Damit treiben sie auch die beste Seelsorge, denn immer wird wahr bleiben das Wort: ‚Gratia supponit naturam’, die Gnade knüpft an gesunde, natürliche Voraussetzungen.“
Otto Kaiser (1885-1971)
Die auf dieser Seite dargestellten Gebäude wurden in den 30er Jahren von Pf. Kaiser in Volkertshausen errichtet.
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Die Fastenzeiten sind Teil meines Wesens. Ich kann auf sie ebensowenig verzichten wie auf meine Augen. Was die Augen für die äußere Welt sind, das ist das Fasten für die innere.
Mahatma Gandhi (1869-1948)